Nachhaltigkeitsbericht und SDG-Ziele
Nachhaltigkeit bei PNZ
Nachhaltigkeit ist für PNZ kein Zusatz zum Kerngeschäft. Sie ist Teil unserer Produktentwicklung, unserer Produktionsprozesse und unserer Unternehmensführung. Als Hersteller von Holzpflege- und Beschichtungssystemen tragen wir Verantwortung für Materialien, Energieeinsatz, Lieferketten und die langfristige Wirkung unserer Produkte. Nachhaltigkeit bedeutet für uns deshalb vor allem eines: Entscheidungen so zu treffen, dass ökologische, technische und wirtschaftliche Aspekte langfristig zusammenpassen.
Wo wir stehen in Kürze:
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CO₂-Reduktion um über 55 % gegenüber dem Basisjahr 2019
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Rezertifizierung als B Corporation mit einem der höchsten Scores weltweit für Industrial Manufacturing
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Auszeichnung mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2024
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Einstufung als klimabewusstes Unternehmen der höchsten Kategorie
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Zahlreiche Innovationen in der Produktentwicklung
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Forschungspartnerschaften mit renommierten Institutionen wie der Charité und dem Max-Planck-Institut
Inhalt
- Produkte & Lebenszyklus
- Energie, Emissionen & Produktion
- Verpackung & Kreislaufwirtschaft
- Menschen & Unternehmenskultur
- Gesellschaft, Lieferkette & Verantwortung
- Transparenz und Standards
- Ausblick
1. Produkte & Lebenszyklus
1. Anspruch
Nachhaltige Produkte entstehen nicht allein durch einzelne Inhaltsstoffe, sondern durch den gesamten Lebenszyklus eines Produkts. Für PNZ bedeutet nachhaltige Produktentwicklung daher, Rohstoffe, Produktion, Anwendung, Haltbarkeit und Entsorgung gemeinsam zu betrachten.
Unser Ziel ist es, Beschichtungssysteme zu entwickeln, die möglichst ressourcenschonend sind, gleichzeitig aber höchste technische Anforderungen erfüllen.
2. Was wir konkret getan haben
- Formulierung von Rezepturen unter maximalem Einsatz nachwachsender Rohstoffe
- Forschungsprojekte zu neuen Bindemitteln und Beschichtungssystemen mit verbesserten Umweltprofilen
- vollständiger Verzicht auf kritische Inhaltsstoffe wie Butanonoxim, Strontium, u.v.m.
- Entwicklung langlebiger Beschichtungssysteme mit höherer Schutzwirkung
- enge Zusammenarbeit mit Rohstofflieferanten zur Entwicklung nachhaltiger Alternativen

3. Was sich dadurch verbessert hat
- mehrere Produktlinien sind heute vollständig kobaltfrei und oximfrei
- stärkere Nutzung nachwachsender Rohstoffe in ausgewählten Rezepturen
- höhere Lebensdauer vieler Beschichtungen reduziert den Materialverbrauch über den Produktlebenszyklus
- Verbesserung der gesundheitlichen Bewertung einzelner Rezepturen
- Integration von Nachhaltigkeitskriterien in den Produktentwicklungsprozess
4. Wo es noch Zielkonflikte gibt
Nicht jeder nachwachsende Rohstoff ist automatisch die nachhaltigste Lösung. Manche Materialien müssen über große Entfernungen transportiert werden oder erfüllen technische Anforderungen nicht vollständig. Auch hochleistungsfähige Beschichtungen können einzelne Inhaltsstoffe enthalten, die nicht vollständig biobasiert sind, aber eine deutlich längere Haltbarkeit ermöglichen. Die Herausforderung besteht darin, diese Zielkonflikte transparent zu bewerten und jeweils die nachhaltigste Gesamtlösung zu wählen.
5. Nächste Schritte
- Ausbau der Forschung zu biobasierten Bindemitteln
- stärkere regionale Beschaffung geeigneter Rohstoffe
- systematische Lebenszyklusbetrachtung neuer Produkte
- weitere Reduktion kritischer Inhaltsstoffe
- Ausbau der Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen
2. Energie, Emissionen & Produktion
1. Anspruch
Als produzierendes Unternehmen ist der Energieeinsatz ein zentraler Faktor unserer Umweltwirkung. Unser Ansatz folgt einer klaren Reihenfolge: Emissionen vermeiden, Emissionen reduzieren und unvermeidbare Emissionen kompensieren. Dabei betrachten wir nicht nur die Produktion selbst, sondern auch Transport, Energieversorgung und betriebliche Infrastruktur.
2. Was wir konkret getan haben
- Umstellung des Strombezugs auf 100% erneuerbare Energiequellen
- Modernisierung von Produktionsanlagen zur Steigerung der Energieeffizienz
- Vollständige Schließung aller Materialkreisläufe
- Einführung neuer, innovativer Reinigungstechnologien für Produktionsbehälter
- Optimierung von Abluft- und Abwassersystemen in Produktion und Labor
- Einführung eines sensorgestützten 24/7 Produktionsmonitorings in kritischen Umweltfaktoren
- systematische Erfassung unserer CO₂-Emissionen entlang der Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Systematik
3. Was sich dadurch verbessert hat
- deutliche Reduktion des Stromverbrauchs pro produzierter Einheit
- erhebliche Verringerung des Einsatzes von Reinigungsmitteln
- verbesserte Kontrolle von Emissionen aus Produktion und Labor
- volle Transparenz über direkte und indirekte Emissionsquellen
CO₂-Bilanz
PNZ erfasst seine CO₂-Emissionen entlang der internationalen Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Systematik. Dabei berücksichtigen wir unter anderem:
- Energieverbrauch der Produktion
- Transportwege von Rohstoffen
- Logistik zu Kunden
- Arbeitswege unserer Mitarbeitenden
- Entsorgung von Abfällen
Wir haben unsere CO₂-Intensität pro kg produzierter Ware auf heute ca. 300g/kg verbessert, ein Wert, der ca. 95% besser ist als der Durchschnitt der Chemieindustrie. Unser Ziel ist es, die CO₂-Intensität unserer Produktion kontinuierlich zu reduzieren und langfristig klimaneutrale oder sogar CO₂-negative Lösungen zu entwickeln.

4. Wo es noch Zielkonflikte gibt
Ein Teil unserer Emissionen entsteht außerhalb unseres direkten Einflussbereichs, insbesondere in der Lieferkette und im Transport. Auch bestehende Infrastruktur – etwa Heizsysteme oder Gebäude – lässt sich nicht immer kurzfristig vollständig modernisieren. Darüber hinaus sind präzise Emissionsdaten vieler Zulieferer noch nicht verfügbar, was die vollständige Bewertung unserer Scope-3-Emissionen erschwert.
5. Nächste Schritte
- weitere Reduktion der Scope-1-Emissionen durch Modernisierung der Infrastruktur
- Ausbau energieeffizienter Produktionsprozesse
- engere Zusammenarbeit mit Logistikpartnern zur Reduktion von Transportemissionen
- Verbesserung der Datenbasis für Scope-3-Emissionen
- langfristige Entwicklung CO₂-negativer Technologien
3. Verpackung & Kreislaufwirtschaft
1. Anspruch
Verpackungen sind ein wesentlicher Bestandteil des Produktlebenszyklus. Ziel ist es, Verpackungsmaterialien zu reduzieren, Recyclingfähigkeit zu erhöhen und Transportverluste zu minimieren. Gleichzeitig müssen Verpackungen die Produkte zuverlässig schützen.
2. Was wir konkret getan haben
- Entwicklung neuer Verpackungssysteme ohne Kunststoffanteile
- Reduktion zusätzlicher Umkartons durch stabilere Gebinde
- Einführung eines internen Verpackungsindex zur Bewertung verschiedener Verpackungsmaterialien
- Nutzung von Recyclingmaterialien bei Kartonverpackungen
- Wiederverwertung von Papierabfällen als Verpackungsmaterial

3. Was sich dadurch verbessert hat
- Reduktion des Verpackungsmaterialverbrauchs um 50%
- geringere Schadensquoten beim Versand
- höherer Anteil recyclingfähiger Materialien
- systematische Bewertung von Verpackungslösungen im Hinblick auf CO₂-Auswirkungen
4. Wo es noch Zielkonflikte gibt
Verpackungen müssen gleichzeitig stabil, leicht, recyclingfähig und ressourcenschonend sein. Diese Anforderungen lassen sich nicht immer vollständig miteinander vereinbaren. Auch Transportwege und Lagerbedingungen beeinflussen, welche Verpackungslösung tatsächlich die nachhaltigste ist.
5. Nächste Schritte
- weitere Reduktion des Materialeinsatzes
- Ausbau recyclingfähiger Verpackungssysteme
- Integration von Verpackungsdaten in die CO₂-Bilanz
- stärkere Zusammenarbeit mit Verpackungspartnern zur Entwicklung neuer Lösungen
4. Menschen & Unternehmenskultur
1. Anspruch
Nachhaltigkeit umfasst für uns nicht nur Umweltfragen, sondern auch verantwortungsvolle Arbeitsbedingungen und eine langfristig tragfähige Unternehmenskultur. Als mittelständisches Unternehmen setzen wir auf Vertrauen, Eigenverantwortung und kurze Entscheidungswege.
2. Was wir konkret getan haben
- kontinuierliche Weiterbildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- Ausbildung junger Fachkräfte in technischen und kaufmännischen Berufen
- flexible Arbeitszeitmodelle und Home-Office-Möglichkeiten
- flache Hierarchien und teamorientierte Entscheidungsprozesse
- regelmäßige Schulungen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
3. Was sich dadurch verbessert hat
- hohe Mitarbeiterbindung und langfristige Zusammenarbeit
- kontinuierliche Weiterentwicklung fachlicher Kompetenzen
- schnelle Entscheidungsprozesse im Unternehmen
- hohe Motivation und Eigeninitiative im Team
4. Wo es noch Zielkonflikte gibt
Wachstum und steigende Anforderungen an Organisation und Prozesse können Spannungen mit flachen Hierarchien und informellen Entscheidungsstrukturen erzeugen. Gleichzeitig müssen flexible Arbeitsmodelle mit den Anforderungen eines Produktionsbetriebs vereinbar bleiben.
5. Nächste Schritte
- Ausbau interner Weiterbildungsprogramme
- Weiterentwicklung flexibler Arbeitsmodelle
- langfristige Sicherung von Fachkräften durch Ausbildung
- kontinuierliche Verbesserung von Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz
5. Gesellschaft, Lieferkette & Verantwortung
1. Anspruch
Als Unternehmen sehen wir uns als Teil eines größeren gesellschaftlichen Netzwerks. Unsere Entscheidungen betreffen nicht nur Kunden und Mitarbeitende, sondern auch Lieferanten, Nachbarn, Partnerorganisationen und die Umwelt. Unternehmerische Verantwortung endet für uns deshalb nicht am Werkstor. Auch Lieferketten, Partnerunternehmen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen beeinflussen die Nachhaltigkeit unserer Produkte.
2. Was wir konkret getan haben
- Einführung und Anwendung eines Verhaltenskodex für Lieferanten
- stärkere Berücksichtigung regionaler Lieferanten und Dienstleistungen
- Unterstützung sozialer und ökologischer Initiativen
- Teilnahme an internationalen Nachhaltigkeitsinitiativen wie dem UN Global Compact
- Integration von Nachhaltigkeitskriterien in Lieferantenbeziehungen und Beschaffungsentscheidungen
Verantwortung in der Lieferkette
Wir arbeiten mit unseren Lieferanten auf Basis eines Verhaltenskodex zusammen, der Anforderungen in folgenden Bereichen definiert:
- Arbeitsbedingungen
- Gesundheit und Sicherheit
- Umweltstandards
- verantwortungsvolle Geschäftspraktiken
Unser Ziel ist es, diese Standards langfristig in der gesamten Lieferkette umzusetzen.
Regionalität
Wo immer möglich beziehen wir Rohstoffe und Dienstleistungen aus unserer Region. Dies stärkt lokale Wertschöpfung und reduziert Transportemissionen. Heute beziehen wir über 80% unserer Rohstoffe aus Deutschland und 95% aus Europa.
Gesellschaftliches Engagement
PNZ unterstützt verschiedene soziale und ökologische Initiativen, darunter Bildungsprojekte, Umweltorganisationen und regionale Vereine. Dieses Engagement verstehen wir als Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Dazu gehören:
- Den Verein Nepal-Medical-Careflight haben wir mit Sach- und Geldspenden für den Bau zweier Schulen im Humla-Gebiet unterstützt
- Wir haben mit Pure Water for Generations e.V. gemeinsame Aktionen für besseres Donauwasser durchgeführt und haben den Vereinmit Geldspenden unterstützt
- Die Eichstätter Dienste, die Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte auch im Bereich Holzbearbeitung durchführen mit Produktspenden
- Diverse Kindergärten haben wir mit Produktspenden unterstützt
- Die Fridays for Future Bewegung: wir haben an einigen Aktionstagen teilgenommen
- Wir haben die Flüchtlingsinitiative United4Rescue in gemeinsamen Aktionen unterstützt
- Den Verein Kulturraum München zur Förderung freien Kulturzugangs für weniger wohlhabende Menschen haben wir mit Geldspenden unterstützt
3. Was sich dadurch verbessert hat
- ein großer Teil unseres Beschaffungsvolumens ist inzwischen an klare Nachhaltigkeitsanforderungen geknüpft
- stärkere regionale Wertschöpfung in ausgewählten Bereichen
- mehr Transparenz gegenüber Partnern und Kunden
- bessere Verankerung gesellschaftlicher Verantwortung im unternehmerischen Handeln
4. Wo es noch Zielkonflikte gibt
Viele internationale Rohstofflieferanten verfügen noch nicht über vollständige CO₂-Bilanzen oder vergleichbare Nachhaltigkeitsdaten. Auch wirtschaftliche Anforderungen, Verfügbarkeit von Rohstoffen und ökologische Kriterien müssen häufig gegeneinander abgewogen werden. Nicht jede regionale Lösung ist automatisch die beste, wenn technische Qualität, Versorgungssicherheit oder Verfügbarkeit dagegenstehen.
5. Nächste Schritte
- stärkere Einbindung von Lieferanten in konkrete Nachhaltigkeitsziele
- Verbesserung der Transparenz in der Lieferkette
- weitere Integration von Nachhaltigkeitskriterien in Beschaffungsentscheidungen
- Ausbau regionaler Partnerschaften, wo dies technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist
6. Transparenz und Standards
1. Anspruch
Nachhaltigkeit braucht nachvollziehbare Maßstäbe. Deshalb orientieren wir uns nicht nur an internen Zielen, sondern auch an anerkannten externen Standards und Rahmenwerken. Sie helfen uns dabei, Fortschritte messbar zu machen, Entwicklung systematisch zu steuern und unsere Verantwortung transparent zu kommunizieren.
2. Was wir konkret getan haben
- Ausrichtung unserer Nachhaltigkeitsstrategie an anerkannten internationalen Standards
- Verankerung von Qualitäts- und Umweltmanagement in zertifizierten Systemen
- Nutzung etablierter Rahmenwerke für Wirkungsmessung und Weiterentwicklung
3. Was sich dadurch verbessert hat
Unsere Nachhaltigkeitsstrategie orientiert sich an internationalen Standards.
Dazu gehören unter anderem:
- ISO 9001 Qualitätsmanagement
- ISO 14001 Umweltmanagement
- B Corporation Zertifizierung
- UN Global Compact
- Science Based Targets Initiative der UNO
- Sustainable Development Goals (SDG)
Diese Rahmenwerke helfen uns, Nachhaltigkeit systematisch zu messen und weiterzuentwickeln.
4. Wo es noch Zielkonflikte gibt
Standards schaffen Orientierung, ersetzen aber nicht die praktische Umsetzung im Alltag. Nicht jeder relevante Fortschritt lässt sich sofort perfekt messen, und nicht jede Entwicklung lässt sich vollständig in Kennzahlen abbilden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Dokumentation, Nachweisführung und Vergleichbarkeit kontinuierlich.
5. Nächste Schritte
- weitere Schärfung interner Kennzahlen und Messmethoden
- stärkere Verknüpfung von Standards mit operativen Entscheidungen
- kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Transparenz gegenüber Kunden, Partnern und Mitarbeitenden
Ausblick
Nachhaltigkeit ist für PNZ kein Zustand, den man einmal erreicht. Sie ist ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess. Unser Ziel ist es, Produkte, Prozesse, Lieferketten und Standards Schritt für Schritt weiterzuentwickeln – technisch, ökologisch und wirtschaftlich. Wir wollen Fortschritt nicht nur behaupten, sondern nachvollziehbar machen: durch Transparenz, konkrete Maßnahmen und die Bereitschaft, auch Zielkonflikte offen zu benennen.



Siehe dazu auch:
- Climate Action Plan der PNZ in der aktuellen Fassung
- Die Sustainable Development Goals der PNZ
- Unsere JEDI Grundsätze (Justice, Equity, Diversity & Inclusion)
- Umweltverantwortung und Kreislaufwirtschaft
- PNZ in Aktion - verantwortungsbewusste Interessenvertretung
- Unsere Technologie Roadmap 2030
- Unsere Grundsätze für Marketing- und Kommunikationsaussagen zu Umwelt- und Sozialwirkungen